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Das Anzugsjackett | Mode-Tipps

Während Gewebe und Muster das Auge für gewöhnlich zuerst ansprechen, so sind es die Proportionen und Maße eines Anzugs, die uns beim genaueren Hinsehen entscheiden lassen, wie gut der Anzug seinem Träger wirklich steht. Ein Anzug mit extremer Silhouette wird wohl eher aufgrund von Inkompatibilitäten mit unserem Stilgeschmack aussortiert werden als dass er in die Binsen geht. Um die Lebensdauer eines Jacketts in vollem Umfang auszuschöpfen, müssen fünf Designelemente besonders Aufmerksamkeit erhalten. Sollte die Stilart des Anzugs zu sehr von der seines Trägers abweichen, oder nicht vernünftig mit dem Körperbau harmonieren, so wird seine von ihm ausgestrahlte Kraft und Klasse auf Dauer stark abgeschwächt.

Die Schultern

Die Schulter, durch ihre weite Dimension, beeinflusst die Qualität und Ausstrahlung des gesamten Jacketts maßgeblich. Sind seine Schultern zu schmal, so lassen Sie den Kopf größer erscheinen als er eigentlich ist - andersherum sind sie zu breit, erscheint der Kopf überproportional klein. Draus lässt sich natürlich ableiten, dass Sie eher zu einem Jackett mit schmaleren Schultermaßen greifen sollten, wenn Sie einen eher überdurchschnittlich schmalen Kopf haben. Sollten Sie nicht gerade extrem abfallende Schultern haben, so vermeiden sie Anzüge, die zu scharf-winkelig an den Schultern geschnitten sind. Diese wirken künstlich und geschmacklos und erwecken den Eindruck der Träger wolle sich wichtiger darstellen als er sich fühlt.

Jackettlänge

Das wichtigste Prinzip, das Sie sich für die Einschätzung der richtigen Jackettlänge merken können, ist, dass der Anzug die Wölbung Ihres Gesäßes überdecken soll, aber gleichzeitig nur so lang sein darf, dass dem Bein eine so lange eigene Linie gelassen wird wie möglich. Die idealen Abmaße des Jacketts werden nicht gefährdet, wenn die Länge des Jacketts um ein bis zwei Zentimeter variiert, jede höhere Abweichung lässt sich nicht mit den Hüfttaschen vereinbaren, da diese sonst komplett aus der Balance mit dem Rest des Jacketts geraten würden. so ist es jedoch recht normal, wenn die Vorderseite des Jacketts leicht länger ist als die Rückseite, um optimal zu fallen. Viele Männer tragen Ihre Anzüge viel zu lang, was die Arme und Beine viel zu kurz wirken lässt. Männer mit längerem Torso müssen bei Wahl der richtigen Jackettlänge besonders aufpassen. Es haben sich zwei Methoden zum Abmessen der richtigen Jackettlänge zum gängigen Standard entwickelt. Die erste gibt vor, dass das Jackett dort enden sollte, wo der ausgestreckte Daumen endet, wenn der Arm locker zur Seite herunterhängt. Da Armlänge von Mensch zu Mensch variiert, kann dieses Vorgehen natürlich unkorrekt sein. Bei der anderen Methode wird die Jackettlänge in Relation zur gesamten Körperlänge gesetzt. Setzt man diese am Nacken also dort wo das Jackett seinen obersten Abschluss hat an, so gilt die Regel dass das Jackett genau in der Mitte dieser Linie zu enden hat. Jackettlänge und die übrige, offen zu sehende Beinlänge müssen also gleich lang sein. Letztere Methode wird auf den meisten Schneiderschulen gelehrt. Ein sehr guter Schneider würde sich aber rein auf sein Auge verlassen und keiner der beiden Varianten vertrauen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten extrem kürzer geratene Beine - würden Sie das Jackett wie nach oben beschriebener Methode auf Hälfte zwischen Boden und Hals zuschneiden, könnten unter Umständen das Gesäß nicht komplett vom Anzug überdeckt sein. Aber genau dies ist ja das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der korrekten Jackettlänge.

Der Bauchknopf

Der Bauchknopf ist für das Jackett wie die Kugellager für das Fahrrad. Wenn er falsch positioniert wird, geht die wichtige Balance verloren. Er fungiert wie eine Achse - wird er zu hoch positioniert wirkt der Oberkörper verkürzt, wird er zu tief angesetzt geht wichtige Beinlänge verloren. Der Bauchknopf muss so sitzen, dass Oberkörper und Unterkörper in bestmöglicher Maximallänge erscheinen. Die korrekte Platzierung dieses kritischen Details ist ungefähr 1,5 cm unter der natürlichen Bauchlinie. Um diesen Punkt zu finden, umgreifen Sie mit Ihren Händen den schmalsten Teil Ihres Oberkörpers, drücken Sie nun in die Höhle überhaupt des Hüftbeins. Da diese zentrale Stelle des Anzugs so enorm wichtig ist, wird ein Topschneider den Bauchknopf bei der finalen Anprobe hin und her bewegen, um sicherzustellen, dass der Anzug seinem Träger genügend Freiraum bietet. Als Maßnahme, um den Anzug beweglicher zu machen, hat Georgio Armani die Bauchlinie nach unten verschoben und verlängert. Seine Anzüge fühlten sich komfortabler an und sahen weitaus flüssiger aus.

Das Revers

Das Revers ändert sich fatalerweise mit der Mode, dabei sollte es sich viel eher nach dem Körperbau des Trägers richten. Ein niedriges Revers kann den kleinen Mann noch kleiner wirken lassen und betont zudem eventuelles Übergewicht. Ein hoch sitzender Aufschlag hingegen betont die Senkrechte und macht optisch größer. Daher sollte ein großer Mann ruhig ein Revers wählen, bei dem die Spitzen des Kragens etwas tiefer auf der Brust ruhen. Spitze statt gerade oder stufenförmige Reversformen betonen zudem die Breite des Oberkörpers, zudem ein eher breiterer Mann einen breiten Jackenaufschlag braucht. Der Aufschlag sollte zwei bis drei Fünftel der Entfernung zwischen Jackettbrust und Schulterlinie ausmachen, was üblicherweise einer Breite zwischen 8,5 und 11 Zentimetern entsprechen dürfte. Übertrieben breit sollte ein Jackenaufschlag hingegen niemals werden. Auch hier änderten Designer wie Armani die Reverslinie nach unten ab. Leider wurden hier stilistische Langlebigkeit und klassische Eleganz dem flüssigeren Gesamteindruck geopfert.

Der Ärmel

Ein gut geschnittener Ärmel bringt den Arm optimal zur Geltung. Wie das Jackett von den Schultern an schmaler wird, so sollte sich auch der Ärmel vom Ansatz bis zur Manschette etwas verjüngen. Flatternde Ärmel sehen nicht nur unelegant aus, sie wirken auch schwerer. Den gutgekleideten Mann erkennt man hier auch an dem schmalen Streifen der Hemdmanschette - gerne auch mit Manschettenknöpfen - , die unter dem Jackettärmel sichtbar bleibt. Ohne dieses sichtbare bisschen Stoff sieht die Hand unvollständig aus.




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